Mönchengladbach Vorster Busch

Es muss nicht immer der Treibhaussalat aus Spanien sein.

   22. Juni 2019

Nein, wer sich gesund und schmackhaft ernähren will, ist, zumindest in den grünen Jahreszeiten, mit der Ernte aus der Natur gut versorgt.

Das erklärte uns unsere zer­ti­fi­zier­te Na­tur­füh­rer­in bei einer Fü­hrung durch das Vor­ster Na­tur­schutz­ge­biet. Bei einem nur kur­zen Gang wies sie uns auf zahl­rei­che Pflan­zen hin, die ent­we­der als Tees, als Be­stand­tei­le von Sa­la­ten, als Sup­pen, oder auch als Me­di­zin ge­gen di­ver­se Be­schwer­den oder Zip­per­lein ver­wen­det wer­den kön­nen.

Gänse-Fingerkraut eig­net sich zum Bei­spiel zu Ge­müse oder als krampf­lö­sen­der Tee, hilft bei Durch­fall und Menstru­a­tions­be­schwer­den. Und sieht mit seinen gel­ben Blü­ten und den sil­bri­gen Blät­tern auch gut aus.
Beinwell als Mus-Um­schlag hilft ge­gen äuße­re Ver­let­zun­gen, auch na­tür­lich der Bei­ne. Das sind aber nur zwei Bei­spie­le von vie­len, die un­se­re Füh­re­rin uns dar­legte. Das al­les würzte sie mit net­ten Anek­do­ten zu den Na­men der Pflan­zen.
Das Kraut Männertreu z.B. erhielt sei­nen Na­men, weil die ganze Blu­me so zart und ver­gäng­lich ist wie eine Inter­pre­ta­tion von Män­ner­liebe.
Oder Breitwegerich – bei den In­di­a­nern die Spur des wei­ßen Man­nes ge­nannt, weil in des­sen Ge­fol­ge die Pflan­ze nach Nord­a­me­ri­ka kam.
Oder Knoblauchrauke – verleiht „knob­lauch­fä­hi­gen“ Ge­rich­ten eine milde Knob­lauch­no­te.
Der gräss­li­che ja­pa­ni­sche Knö­te­rich – seine Stängel schmecken wie Rha­bar­ber, nur ohne Oxal­säure. Oder ... oder ...

Man muss schon die Füh­rung mit­ma­chen, um einen Ein­blick in die man­nig­fal­ti­ge Exis­tenz und Ver­wend­bar­keit unse­rer Wild­pflan­zen zu be­kom­men. Ein prak­ti­sches Bei­spiel war das äußerst de­li­ka­te Pes­to aus min­des­tens zehn Kräu­tern, das wir kos­ten durf­ten.

Nur Mut, es mal mit der wilden Kü­che zu pro­bie­ren!

Ein Beitrag von Claudia Eißing vom Netzwerk Wickrath

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